10. Energie- und Umwelttagung

Highlights 2018: Tagungsrückblick auf den 10- Wake-up Call aus Teilnehmersicht:

Auch im 10. Jahr haben wir vom EnergieBauZentrum und ZEWUmobil von dem Austausch von Theoretikern und Praktikern wieder sehr profitiert. Ein Höhepunkt waren für uns die klaren Worte von Dr. Harry Lehmann, dem langjährigen Leiter der Abteilung Nachhaltigkeitsstrategien im Umweltbundesamt (UBA). In seinem Vortrag „Wege in eine treibhausgasneutrale und ressourcenschonende Zukunft“ zeigte er auf, dass es immer noch möglich ist, die Klimaziele bis 2050 zu erreichen. In einer aktuellen Studie hat das UBA errechnen lassen: -95% Klimagasemissionen und -60% Ressourcennutzung sind in der Bundesrepublik drin. Als Beispiel im Verkehrssektor nannte Lehmann den möglichen Übergang über eine Überflussstrom- bzw. Wasserstoffumwandlung  anstelle des heutigen Kerosins (Power-to-liquid). Für mehr Recycling müssten freilich viele Produkte neu designt werden, um die Zerlegbarkeit nach Nutzungsende  zu ermöglichen. Für die Zeit nach 2050 dürfe das Thema negative CO2-Emissionen nicht tabuisiert werden. Hierzu gehören freilich auch weniger umstrittene Maßnahmen wie die verstärkte Anpflanzung von Wäldern, um CO2 zu binden.
Prof. Dr. Ralf Otterpohl eröffnete seinen Vortrag zum Thema „Das neue Dorf" mit dem provokanten Satz: „Särge muss man nicht heizen.“  Freilich verfiel er nicht Schwarzseherei, sondern er hob die Bedeutung bisher vernachlässigter Themen des Wandels hervor. So habe der Mensch laut des UN Millenium Ecosystem Report von 1950-1990 ein Drittel aller fruchtbaren Böden stark degradiert oder zerstört. Otterpohls nicht unumstrittener Lösungsansatz: Weg von der Agro-Chemie, hin zu Humusaufbau und neuem sozialen Miteinander in neuen Nachbarschaften. Umkehr der Über-Urbanisierung – zurück zum neuen Dorf.
In den Diskussionen des Tages wurde die Bedeutung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien immer wieder betont. Wobei bei über 50% Erneuerbaren im Netz eine aktive Speicherpolitik betrieben werden müsse, um die Lasten zuverlässig zu bedienen. Hier kann Hamburg mit dem beschleunigten Einstieg in eine mit den Menschen zu entwickelnde Wasserstoffwirtschaft einiges leisten.   

Kai Hünemörder, Leiter des ZEWU

Große Freude, was für ein fantastischer 10. Wake up Call, welcher unter der Überschrift „Perspektivwechsel“ stand. Positiv statt negativ, dezentral statt zentral, Bürger statt Konzern, Umwelt vor Rendite und Freude am Widerstand.  Es wurde wieder mit Freunden unserer Unternehmen und mit neuen Gesichtern die Stirn gerunzelt, gelacht und gemeinsam über die Notwendigkeit eines Dezentralen Turbos weltweit diskutiert. Ob mit „Power to Gas“ (Wasserstoff oder Methan, made by Sun and Wind) oder „Power to Liquid“ (siehe Fischer-Tropsch-Synthese), es ist möglich kurzfristig weg von den Fossilen Brennstoffen zu kommen. Selber Strom und Wärme über Solartechnik, Wärmepumpe, Brennstoffzelle und Kraft-Wärme Kopplung produzieren, sich ein Balkonkraftwerk aufhängen, zu einem Ökostromanbieter wechseln, in eine Energiegenossenschaft eintreten oder sich zusammen mit Gemeinschaften wie Ende Gelände QUER stellen, es wird Zeit das wir alle mit maximaler Kraft durchstarten.
Ein großes Dankeschön für ihre super Vorträge geht an unsere drei Schlüsselredner, also an Dr. Harry Lehmann, dem langjährigen Leiter der Abteilung Nachhaltigkeitsstrategien im Umweltbundesamt für seinen Vortrag „Wege in eine treibhausgasneutrale und ressourcenschonende Zukunft“, Prof. Dr. Ralf Otterpohl  zum Thema „Das neue Dorf" und Frau Dr. Hanna Bornholdt, Behörde für Umwelt und Energie, Amt für Naturschutz, Grünplanung und Energie NGE mit ihrem Vortrag „Hamburg trägt grün“.
Es gab nie eine Zeit in der es sich mehr lohnte für die wichtigste Sache einzustehen, die es gibt, dem Überleben der Menschheit auf unserem Planeten zu sichern. Und es geht nicht nur um uns Menschen, Demut anderen Lebewesen gegenüber sollte gelebt werden. Wir sind ein Teil eines großen Ganzes und unser tun wirkt auf Alles. Anteilnahme und Mitgefühl für alle Menschen und alle Lebewesen auf der Erde beginnt spätesten jetzt. Mitgefühl ist eine nicht aggressive Geisteshaltung. Es ist eine Genugtuung wenn wir anderen helfen, uneingeschränkt Zuneigung und Mitgefühl geben und Lebensraum spenden. Wer einen Sinn im Leben hat ist glücklich, sich einzusetzen, lenkt ab und führt zur Energierückführung.
Empfehlung des „Wake up Calls’s“ 2018 für eine Transformation unseres Lebens auf diesem Planeten:

  • Die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen bestimmt unser Handeln. Das Klima zu schützen ist eine Menschheitsaufgabe.
  • Zuerst Deutschland hält seine Klimaschutzziele ein – ohne Wenn und Aber.
  • Festlegung von Wiederaufforstungsflächen und von Diversitätsflächen.
  • Bis zum Jahr 2040 (wenn möglich schneller) wird die Energieversorgung auch für Wärme, Mobilität und Industrie ausschließlich aus Erneuerbaren Energien erfolgen.
  • Beschleunigung die Energiewende, keine Deckelung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien
  • Überführung Wind- und Sonnenstrom in Wind- und Sonnengas (siehe Greenpeace und Windgas im Internet)
  • Ausstieg aus der klimafeindlichen Kohle. Die 20 schmutzigsten Kohlekraftwerke sofort abschalten, den Rest bis 2028.
  • Förderung von Energiegenossenschaften
  • Vereinfachung der Verteilung von Nachbarschaftsstrom
  • Einführung einer CO2 Steuer für alle zu erwerbenden Güter (Dienstleistungen, Ernährung, Mobilität, Energieversorgung).
  • Förderung von regionalen Teilungsgemeinschaften
  • Direkte Umlage der Gesundheits- und Materialschäden (Auszug Quelle Daten zur Umwelt 2015 des Umweltbundesamtes auf die Energieträger  10,75 cent/kwh Braunkohle // 8,94 cent/kwh Steinkohle // 8,06 cent/kwh ÖL // 4,91 cent/kwh Gas // 3,84 cent/kwh Biomasse // 1,18 cent/ kwh Photovoltaik// 0,26 cent/kwh Wind// 0,18 cent/kwh Wasser.